Wie ein spannender Krimi entsteht

Geschichtenschreiben im Bürgerhaus Weserterrassen

Sonja Höstermann will die Weserterrassen zu einem Tatort machen – zumindest in der Fantasie der Teilnehmer ihres Krimiworkshops im Bürgerhaus. (Foto: Walter Gerbracht)

Sonja Höstermann will die Weserterrassen zu einem Tatort machen – zumindest in der Fantasie der Teilnehmer ihres Krimiworkshops im Bürgerhaus. (Foto: Walter Gerbracht)

Östliche Vorstadt. Wie entsteht eine Kriminalgeschichte? Dieser Frage können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Krimiworkshops “Tatort Weserterrassen” am Sonnabend, 3. November 2012, gemeinsam auf den Grund gehen. (Von Yannic Wittenberg 29.10.2012)

Sonja Höstermann will ihnen im Bürgerhaus Weserterrassen dabei helfen, spannende Geschichten zu Papier zu bringen. Mit dem Gedanken, eine eigene Geschichte oder sogar ein eigenes Buch zu schreiben, haben viele schon einmal gespielt. Aber wie fängt man am besten damit an? Am Beispiel eines Kriminalromans können Hobbyautoren beim “Tatort Weserterrassen” Erfahrungen mit dem Konstruieren einer spannenden Geschichte sammeln.

Seminarleiterin Sonja Höstermann will ihrer Gruppe am Sonnabend im Bürgerhaus Weserterrassen Tipps geben und den Neulingen auch ein paar Tricks verraten. Und alle werden gemeinsam an einem authentisch wirkenden Kriminalfall arbeiten, der in der Östlichen Vorstadt spielt. Ein Stadtteilkrimi, wenn man so will.

Führung durchs Haus

“Wenn man anfängt, einen Krimi zu schreiben, steht man erst mal vor einem Berg von Fragen, wie genau die Geschichte werden soll”, sagt Sonja Höstermann, “deshalb widmen wir uns diesen Fragen gemeinsam. So wird es für alle einfacher.” Zunächst sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kurses den Rahmen der Handlung spielerisch entwerfen. Tatwaffe, Tatmotiv, Tathintergrund – darüber werden sie sich alle gemeinsam Gedanken machen. Nur der Tatort steht bereits fest. Der Fall soll sich an den Weserterrassen ereignen. Die Gurppe wird an einer Führung durch den “Tatort” teilnehmen, um sich jeden Winkel des Bürgerhauses genau anzusehen, an dem sich in ihrer Geschichte das Verbrechen ereignen könnte.

Danach sollen dann die Figurenprofile der handelnden Personen entstehen. Welcher Hintergrund und welche Vergangenheit haben die Protagonisten, und in welcher Beziehung stehen sie zueinander? Über all diese Fragen sollen die Teilnehmer beraten, und dann sollen sie sich entscheiden, wie es laufen soll. Sonja Höstermann wird ihnen Ratschläge geben.

Die Politikwissenschaftlerin hatte nach ihrem Studium zunächst journalistisch gearbeitet, unter anderem auch für den WESER-KURIER. Nebenbei belegte sie immer wieder Seminare, um ihr Handwerkszeug zu verbessern. “Mir ist in dieser Zeit aufgefallen, dass es zwar viele Möglichkeiten gibt, sich im journalistischen Schreiben weiterzubilden, aber kaum Seminare angeboten werden, die Techniken beim Schreiben von Kurzgeschichten und Romanen vermitteln”, sagt Sonja Höstermann. “Weil ich daran aber sehr viel Spaß hatte, habe ich es mir selbst mit Büchern beigebracht.”

Seit 2005 leitet sie nun selbst Seminare im kreativen Schreiben. Sie hat gemerkt, dass es eben nicht von alleine geht, eine komplexe Geschichte zu schreiben und dass eine ganze Menge Tipps, Tricks und Übung dazugehören. “Es ist noch kein Goethe vom Himmel gefallen”, sagt sie, “daher ist es sehr wichtig zu wissen, wie man an so etwas herangeht. Und genau darum geht es auch beim Krimiworkshop.”

Aus dem Handlungsrahmen, der im Seminar entsteht, soll dann an einem “langen Schreibwochenende” im Winter ein richtiger Kriminalroman werden. Der genaue Termin wird noch abgestimmt. Während es am Sonnabend zunächst darum gehen wird, dass die grobe Geschichte entsteht, soll es an dem Wochenende dann speziell um das Handwerkszeug des Schreibens gehen. Jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin wird sich um ein eigenes Kapitel kümmern, und alle Texte werden am Ende zusammengefügt. “Dabei ist die Kommunikation untereinander sehr wichtig”, sagt Sonja Höstermann, “schließlich soll am Ende auch alles zusammenpassen.”

Obwohl sie einen speziellen Krimiworkshop auch zum ersten Mal leitet, ist sie davon überzeugt, dass alle daran Spaß haben werden. “Das Schöne ist, dass wir relativ schnell das Ergebnis unserer Arbeit sehen werden”, sagt sie. Und es wird auch ein bisschen kriminelle Energie frei. […]
[erschienen im Weser Kurier 29.10.2012 Wie ein spannender Krimi entsteht]